Eine Stadt wird gesperrt

Zum Gipfel werden – neben den Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten - rund 6500 Delegierte und 3000 Journalist_innen in Hamburg erwartet. Anders als in Heiligendamm 2007 oder in Elmau 2015 findet der Gipfel nicht in ländlicher Abgeschiedenheit, sondern mitten in einer Großstadt statt – nach bisherigen Planungen im Rathaus und auf dem Messegelände. Immer, wenn die Delegierten zwischen den Veranstaltungsorten pendeln müssen, werden Teile der Innenstadt gesperrt werden, vor allem das Shoppingviertel zwischen Große Bleichen und Neuem Wall sowie der Bereich um die Binnenalster. Auch der öffentliche Nahverkehr dürfte regelmäßig unterbrochen sein.

Da im Innenstadtbereich feste Sperren wie Zäune oder Mauern kaum möglich sind, wird das Gipfelgelände mit Manpower abgesperrt. Tausende Polizisten werden im Einsatz sein; in offiziellen Stellungnahmen ist bisher von 9-10.000 die Rede. Dazu kommen SEK-Einheiten mehrerer Länder und die GSG9 des Bundes.

Für Hamburger_innen, die innerhalb der Sicherheitszonen wohnen, dürften die Gipfeltage kein Spaß werden. Schulen haben Eltern angewiesen, ihre Kinder in dieser Zeit nicht alleine zur Schule gehen zu lassen; viele Kindergärten bleiben ganz geschlossen. Mit ständigen Polizei- und Sicherheitskontrollen ist zu rechnen, Besuche bei Freund_innen dürften schwierig sein, möglicherweise werden Wohnungen durchsucht, Balkone und Zimmer gesperrt, Scharfschützen auf Dächern platziert (so geschehen beim NATO-Gipfel in Kehl und Straßburg 2009). Der G20-Gipfel ist damit ein massiver Eingriff in das Leben der Stadt.


Weitere Infos

Offizielle Informationen der Stadt Hamburg zu G20 
http://www.hamburg.de/g20-gipfel/

Die Linke. Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft: 
Informationen, Kritik und Stellungnahmen zu G20 in Hamburg 
http://www.linksfraktion-hamburg.de/tag/g20/